Die Geschichte der Türkeistämmigen – USA III

Die Geschichte der Türkeistämmigen – USA III

Es gibt über eine halbe Million türkeistämmige Amerikaner. Die Bundesstaaten mit den größten Anteilen an türkisch-amerikanischen Einwohnern sind New York City Metropolitan Area, New Jersey, North Carolina, Wisconsin, Ohio, Illinois, Indiana, Florida, Maryland, Kalifornien und Texas. Türkeistämmige Amerikaner sind überdurchschnittlich oft Rechtsanwälte, Ärzte, Universitätsprofessoren oder Unternehmer. Türken in Amerika sind auf der Überholspur.

Warum sind Amerikas Türken anders?
Ganz einfach, weil Amerika anders ist. Die amerikanische Gesellschaft ist nicht unbedingt durchlässiger, aber es gibt die starke amerikanische Tradition der politischen Toleranzgebote, und die Menschen in den USA sind natürlich auch geprägt über die tagtägliche Erfahrung von Heterogenität. Und die meisten Amerikaner erkennen Diversität und die Heterogenität ihrer Gesellschaft auch als Stärke und nicht als Schwäche – das ist ein Argument, das sich bis weit in konservative Kreise hinein etabliert hat. Auch Amerika hat seine „Sarazzins“. Vor 16 Jahren erschien „The Bell Curve“, die Autoren waren Richard J. Herrnstein und Charles Murray. In jenem Buch stand, ähnlich wie bei Sarrazin, dass beruflicher Erfolg vor allem auf Intelligenz zurückzuführen sei (nicht auf soziale Faktoren), dass die Intelligenz in der amerikanischen Bevölkerung ungleich verteilt sei und dass manche Bevölkerungsgruppen messbar weniger intelligent seien als andere. Die Türkeistämmigen wurden erst gar nicht thematisiert bzw. unter europide „Kaukasier“ subsumiert. Sie werden bis heute nicht als trennbare Minorität erfasst.

Ohne die in Deutschland üblichen medialen Scheinwerfer konnten sich die amerikanischen Türkeistämmigen wunderbar entwickeln. Obwohl viele amerikanische Türkeistämmige in weiten Teilen ihre Identität pflegen, gelten sie nicht als Fremde oder Ausländer wie in Deutschland. Ihr Ankommen wurde nicht dadurch gehemmt wird, dass die Empfängergesellschaft laufend ein Bekenntnis verlangte.

Das Ankommen zeigt sich besonders im Hochtechnologiebereich.
Seval Oz ist z.B. als CEO der Continental Intelligent Transportation Systems, LLC weltweit für alle neuen Geschäfte und Aktivitäten von Continental im Zusammenhang mit ITS verantwortlich.

Im kalifornischen Silicon Valley, USA, formiert das Technologieunternehmen derzeit ein internationales Team innovativer Köpfe aus der IT- und Automobilindustrie. Es beschäftigt sich intensiv mit dem Zukunftsfeld der Intelligenten Transport Systeme (ITS) .

Frau Oz verfolgt konsequent wichtige Ziele: Null Unfälle im Straßenverkehr, Fahrzeuge mit minimalem Energieverbrauch und maximalem Komfort sowie deren Fähigkeit, untereinander Informationen in Echtzeit auszutauschen.
Sie hat in ihrer früheren Rolle bei Google bereits am Projekt „Self Driving Car“ maßgeblich mitgearbeitet.

Seval Oz wurde für Ihre Leistungen bereits in San Francisco mit dem PWI Women in Technology Award for Courage ausgezeichnet. Oz hat an der Wharton Business School studiert und dort ihren Abschluss in Betriebswirtschaft (MBA) mit Auszeichnung erhalten. Am renommierten Wellesley College/M.I.T. schloss sie ihr Studium in den Fächern Wirtschaft und Politikwissenschaft „cum laude“ ab.

 

Devrim Sirin

Deutsch-Türkische Akademiker (DTA)

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