Die notwendige innere Globalisierung

Die notwendige innere Globalisierung

Die Türkischstämmigen sind sehr heterogen und reichen von gut gebildeten Intellektuellen, liberalen Weltbürgern, bis hin zu Konservativen. Mehr als 66 Prozent der Türkischstämmigen ist die Verbindung zur Türkei nach wie vor äußerst wichtig. Trotzdem sind die Türkischstämmigen schon längst in Deutschland angekommen und machen ihr natürliches Recht auf Partizipation geltend.

Generell erwarten die Türkischstämmigen aber, dass man gezielt Ihre Meinung vertritt. Entsprechend sind sie organisiert und entsprechend bewegen sie nichts.

Aus der einfachen Diagnose folgt auch die Lösung der DTA:
Veränderung der Einstellung (ein mühsamer Weg); Entzauberung der herrschenden Vorstellung das sich nichts ändern muss.

Dabei geht es vor allem darum, wie sehr man in seiner Meinungsfindung und seinem Diskussionsverhalten, seiner Weltanschauung einkalkuliert, dass es viele Dinge gibt, die man NICHT weiß. Dieses Bewusstsein vermittelt einem das akademische Arbeiten, und dadurch auch die Kompetenz, mit Komplexität und Kontingenz, also Ungewissheit, besser umzugehen, sie einfach zu akzeptieren, anstatt komplexe Sachverhalte auf ein gefälliges Ergebnis reduzieren zu wollen. Es geht darum, den Unterschied zwischen spezifischem und unspezifischem Nichtwissen zu realisieren und anzuerkennen, dass es Dinge gibt, die man nicht weiß, und Dinge, von denen man gar nicht weiß, dass man sie nicht weiß.

Der Wert eines solchen Denkens ist, dass man nicht vorschnell urteilt. Dass man vorsichtiger wird, sich konträren Meinungen öffnet. Das man in der Lage ist, zu echten Erkenntnissen zu gelangen. Es kann und sollte dazu führen, dass man seine Weltanschauung beständig reflektiert und sich vor allzu viel diskursiver Anmaßung hütet. Nur das ermöglicht es auch, mit seiner persönlichen Meinung so umzugehen, dass es der Glaubwürdigkeit nicht schadet.

Es wäre illusorisch, eine an die AKPlern, MHPlern, CHPlern und an die deutsche Leitkultur (was auch immer man darunter versteht) angepasste Position zu erwarten. Die gibt es nicht.

Wie soll das auch funktionieren? Noch dazu in einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft? Vielmehr kann es nur eine Vielzahl von Positionen geben. Mal liberaler, mal konservativ aber nie unwidersprochen. Dies ist eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen müssen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die DTA jegliche Gewissheit, jegliche Position aufgibt. Diese Annahme unterliegen gerade die Lager-Aktivisten von der Türkische Gemeinde Deutschlands, UETD, TGB, und der CHP Deutschland. Unser Weg ist klar protürkisch ohne Überhöhung der eigenen Herkunft, nicht ausgrenzend, von der türkischen und deutschen Politik unabhängig, finanziell selbständig, um in Harmonie mit der Mehrheitsgesellschaft unsere Kultur ausüben und unsere Interessen durchsetzen zu können.

Für eine erfolgreiche Partizipation sind wir alle gefordert. Macht mit!

Devrim S.

Deutsch-Türkische Akademiker (DTA)

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