Özil und Gündogan: Der „Türke“ in der Beweispflicht!

Özil und Gündogan: Der „Türke“ in der Beweispflicht!

In Bayern darf die Polizei ab heute Depressive wie Straftäter behandeln. Ohne konkreten Verdacht sollen Bürger durchsucht, ihre Telefone abgehört, Computer, online gespeicherte Daten ausgelesen und verdeckte Ermittler eingesetzt werden. Bürger, denen die Polizei irgendwie eine Straftat in näherer Zukunft zugetraut werden, sollen einfach so unbegrenzt in Haft genommen werden. Endlich kann man mit Racial Profiling nicht nur Bimbos, Türken und Ölaugen nerven sondern sie auch endlich richtig jagen.

Was in der Türkei in Teilen im temporären Ausnahmezustand möglich ist, wird in Bayern einfach mal Gesetz. Über Bayern und seine CSU lohnt immer ein Blick in die Geschichte. Das Grundgesetz wurde vom Bayerischen Landtag abgelehnt. Das Grundgesetz, die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, kam nur deshalb zustande, weil alle anderen Bundesländer zugestimmt haben. Diese antidemokratische Tradition Bayerns setzt Seehofer fort.

Bisher wurde noch kein Nationalspieler verurteilt und sein Rauswurd aus der Nationalmannschaft gefordert weil er sich mit Seehofer ablichten ließ.

Bundestrainer Löw hat bei seiner Kritik an den beiden Nationalspielern darauf hingewiesen, dass Özil und Gündogan bisher viel für die Integration getan haben. Weil sie Tore für Deutschland geschossen haben? Schon mal gehört, das Podolski, Klose oder Gomez viel für die Integration getan haben? Offenkundig gibt es für Teile der Bevölkerung inklusive für den Nationaltrainer einen unbeachtlichen Migrationshintergrund, der am Deutschtum nichts ändert und einen türkischen Makelhintergrund, der selbst mit einer bewussten Entscheidung für Deutschland und Tore für Deutschland nicht aufzuwiegen ist. Wieder wird Özil vorgeworfen in der Vergangenheit bei der Nationalhymne nicht mitgesungen zu haben. Das erneute Hochspülen der Türken-Doppelpass-Debatte fehlt natürlich auch nicht. Ohne Rundumschlag gegen gleich 3,5 Mio Türkischstämmige kann es scheinbar nicht gehen.

Die unverhältnismäßige Kritik zeigt auch, wie schlecht es und zwar isoliert von Erdogan um das deutsch-türkische Innenverhältnis bestellt ist. Die starken Vorbehalte gegen Türkischstämmige zeugen von einem tief sitzenden Rassismus in Teilen der Bevölkerung. Türkischstämmige sind ständig in der Beweispflicht und müssen sich selbst zu Sexismus, Homophobie und Antisemitismus rechtfertigen, wie es noch nie ein „ordentlicher Deutscher“ je erleben musste.

Es kommt nicht von ungefähr, dass selbst türkischstämmige Erdogan-Gegner angesichts der Kritik sich mit Özil und Gündogan solidarisieren.

 

Devrim. S

DTA

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