Rassismus gibt es nicht – per Mehrheitsentscheid

Rassismus gibt es nicht – per Mehrheitsentscheid

In den Massenmedien wird aktuell verbreitet, dass zwei Drittel der Deutschen die Kritik an Mesut Özil als nicht rassistisch bewerten. Das hat eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey ergeben.

Das ist schon praktisch, wenn man Rassismus quasi per Mehrheitsentscheid ungeschehen machen kann. Würde man eine Umfrage unter Deutschen mit türkischem Wurzeln machen, sähe das Ergebnis wohl ganz anders aus.

Wann es Rassismus ist, können in erster Linie die Betroffenen beurteilen. Diese offenkundige Logik wurde ad absurdum geführt.

Interessant ist auch, dass je rechter die bevorzugte Partei des Befragten war umso höher wurde Kritik als nicht rassistisch qualifiziert.

Die Ergebnisse  sehen laut Umfrage vor allem Sympathisanten der rassistischen AfD (87,9), der FDP (76,3) und der Unionsparteien von CDU und CSU (74,3) keine rassistischen Motive. Wähler von SPD, Linke und Grüne sind in der Frage unentschieden, jeweils etwa die Hälfte sieht rassistische Motive.

Menschen die Rassismuserfahrungen gemacht haben, sind nicht zu empfindlich oder hysterisch. Ihre Erfahrungen sind kein Allgemeinwissen aber Sie sind nicht deshalb falsch.

Das Ergebnis mag dem unreflektierten und kleinbürgerlichen „Özil-Kritiker“ schmeicheln aber bestätigt nur, dass weite Teile der Mehrheitsbevölkerung sich persönlich angegriffen fühlen. Es geht aber um einen gesellschaftlichen Missstand und nicht um das Selbstbild des Einzelnen.

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