Studie bestätigt Rassismus gegenüber türkischstämmige Schüler

Studie bestätigt Rassismus gegenüber türkischstämmige Schüler

Die Wissenschaftler hatten für ihre Mannheimer Studie Lehramtsstudenten den Diktattext eines Achtjährigen gegeben. Der Text war immer gleich und enthielt die gleichen Fehler – manchmal allerdings hieß der vermeintliche Autor Max, manchmal Murat. Die eingebauten Fehler wurden gleich häufig angestrichen – Unterschiede gab es nur bei der anschließenden Bewertung. Bei einem türkischen Namen fiel die Bewertung deutlich schlechter aus. Dabei ist zu berücksichtigen, dass angehende Lehrer in einer offenen und vielfältigen Gesellschaft aufgewachsen sind. Ältere Lehrer-Generationen dürften Türkischstämige tendeziell noch mehr abgelehnt haben.

„Unsere Studie liefert neue Ansatzpunkte für die Lehrkraftausbildung“, sagt Meike Bonefeld. Sie fordert, dass die Bewertungsstandards für Schülerleistungen vereinheitlicht werden, „damit angehende Lehrerinnen und Lehrer in Zukunft Noten nach objektiveren Standards vergeben“. Den Lehrern müssten klare Regeln an die Hand gegeben werden, damit der subjektive Anteil der Bewertung deutlich reduziert werde.

Ein zentrales Merkmal moderner Gesellschaften ist die zunehmende Differenzierung. Es herrscht einerseits Konsens darüber, dass die dabei entstehende Vielfalt der Kulturen, Lebensstile und Weltanschauungen wünschenswert und bereichernd ist, andererseits wird gerade den Türkischstämmigen die Partizipation unnötig erschwert.

Der ungleiche Behandlung sind sich Türkischstämmige sehr bewusst und das schadet dem Wir-Gefühl einer vielfältigen Gesellschaft. Die Politik muss das eigentliche Problem endlich beim Namen nennen und dem entgegenwirken.

Unsere Gesellschaft steht unter Druck. Lebenswirklichkeiten, soziale Chancen und Zukunftsaussichten driften auseinander.

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