Trumps Amerika: Drohen nun bürgerkriegsähnliche Zustände?

Trumps Amerika: Drohen nun bürgerkriegsähnliche Zustände?

Angesichts der zunehmenden Polarisierung der krisengeschüttelten amerikanischen Gesellschaft, in der die weiße Arbeiterklasse einem beständigen sozioökonomischen Erosionsprozess ausgesetzt ist, fragte sich der New Yorker, ob das Land nicht am Rande einer „neuen Art von Bürgerkrieg“ stehe.

Dabei würden die Bürgerkriege nicht durch Großschlachten und geografische Frontverläufe geprägt, so Mines. Es seien vielmehr oftmals Konflikte „niederer Intensität“, ohne klare Frontverläufe, die durch „episodische Gewaltausbrüche“ gekennzeichnet seien. Natürlich ist das eine sehr überspitzte Zeichnung sie zeigt welche Entwicklung nicht völlig ausgeschlossen werden kann.

Trump ist kein ideologischer Rassist. Ja, er glaubt an die Überlegenheit des reichen, weißen Mannes, weil Trump einer ist. Allerdings glaubt er eher an die Überlegenheit seiner Trump-Gene und weniger an die Überlegenheit Der Weißen und schon gar nicht an die Überlegenheit des White Trash, dass in Charlottesville aufmarschierte und und die Mehrheit für Trump sichert. Trump muss kein strammer Nazi sein, um sich mit dem rechten Rand der US-amerikanischen Gesellschaft zu solidarisieren und ihnen die Tür zu öffnen. Wir alle kennen den unreflektierten Rassismus in der deutschen Gesellschaft. Bürger aus der Mitte, die nicht über ihren Rassismus nachdenken. Menschen, die eigentlich liberal und hipp sind aber nicht einmal die Hinterhofmoschee in ihrer Stadt ertragen können. Die USA zeigen was passiert, wenn die extreme Rechte in demokratischen Institutionen mitregiert.

Der Rassismus ist auch in Deutschland hoffähig. In einem Land, das so viele Jahre den NSU-Terror übersehen wollte, sich einen Dreck für die NSU-Opfer interessiert und das seinen Rassismus im öffentlichen Diskurs wie eine eitrige Wunde meidet und die empfunde überlegene Dominanzkultur hinter der täglichen Erdogan-Türkeikritik versteckt, muss aufpassen. Es bleibt nicht beim isolierten Türkenbashing. Dazu verlaufen die weltweiten Entwicklungen viel zu ähnlich ab.

Der Neorassismus ist das was übrig bleibt, sobald der Neoliberalismus durch extreme soziale Ungleichheit, radikalen Abbau staatlicher Sozialleistungen und Entsolidarisierung das Niedrigste im Menschen weckt. Die verstörende Fremdbestimmung wird durch Homogenität aufgehoben, gleichwohl wird lediglich das neoliberale Konkurrenzdenken zuerst auf eine kulturalistische Ebene gebracht um dann doch wieder beim klassischen Rassismus anzukommen. (Kampf der Rassen, Überlegenheit des eigenen Volkes, etc.). Die Dämonen des aggressiven Nationalismus kehren zurück.

 

Devrim Sirin

Deutsch-Türkische Akademiker (DTA)

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