Türkischstämmige war die erste Frau in Europa, die einem Patienten ein komplettes Kunstherz einsetzte

Türkischstämmige war die erste Frau in Europa, die einem Patienten ein komplettes Kunstherz einsetzte

Dr. Dilek Gürsoy stieg als Transplantationschirurgin zur ersten Frau in Europa auf, die einem Patienten ein komplettes Kunstherz einsetzte. Ganz typisch für eine Türkischstämmige entstammt sie einer Arbeiterfamilie. Ihre Mutter steht seit 45 Jahren bei Pierburg am Fließband, war schon dabei, als die Pierburg-Frauen vor 40 Jahren für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit streikten. Tochter Dilek studierte als Einzige. Sie wollte unbedingt Chirurgin werden. Das stand für sie schon als Kind fest. Warum, weiß sie nicht: „Ich hatte nie etwas anderes im Kopf!“ Dem Vorurteil, Chirurgen seien Metzger, widerspricht sie energisch: „Was wir schaffen, ist Kunst, ist Kunsthandwerk. Es gibt nichts Schöneres als ein schlagendes Herz.“ Die Herzchirurgie sei unblutiger als die allgemeine Chirurgie und überhaupt: „Ich empfinde unsere Arbeit als absolut ästhetisch. Ich will Gutes tun, denn Gott hat mir die Hände dafür gegeben, Leben zu retten.“ Der Glaube sei für sie das Wichtigste. Sie faste und bete zwar nicht täglich, aber sie lade dafür im Ramadan regelmäßig zum Fastenbrechen und Opferfest ein. Heute trifft Dilek Gürsoy die Kanzlerin Merkel, um mit ihr über ihren Alltag am Operationstisch und ihre Forschungsarbeit zu sprechen. Am Rande eines Wahlkampfauftrittes in Neuss ist Angela Merkel neugierig auf die Frau geworden, die sich als türkisches Arbeiterkind in der vermeintlich reinen Männerwelt der (Transplantations-)Chirurgen durchsetzt. „Es ist nicht immer leicht“, sagt die temperamentvolle Gürsoy selbstbewusst, „aber mit Können und mit meinem Charme schaffe ich das.“

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